Madeira und Azoren

Das Archipel Madeira im Norden von Teneriffa und westlich von Casablanca

und somit westlich von der marokkanischen Küste, sowie die Azoren, welche im Westen von Lissabon liegen, sind zwei zu Portugal gehörende Inselgruppen im Atlantischen Ozean.

 

Das Archipel von Madeira besteht aus der Hauptinsel Madeira mit dem Hauptort Funchal, der Insel Porto Santo und den unbewohnten Inselgruppen Ilhas Deser-tas und Ilhas Selvagens. Diese Ansammlung an Eilanden wird politisch und ver-waltungstechnisch zur Autonomen Region Madeira zusammengefasst.

Die Azoren umfassen 9 grössere Inseln und mehrere kleinere, zum grössten Teil unbewohnte Inseln. Allesamt werden zusammengefasst unter der Autonomen Region Azoren mit der Hauptinsel São Miguel und dem Archipelhauptort Ponta Delgada.

 

Das Archipel von Madeira, sowie die Azoren liegen geographisch gesehen auf der Afrikanischen Platte und sind vulkanischer Natur, welche durch einen ortsfesten Hotspot gebildet wurden. Zusammen mit den Kanarischen Inseln und den Kapverden bilden sie die sogenannten makaronesischen Inseln.

 

Beide Autonome Regionen regeln die lokale Politik und Verwaltung und stellen die Repräsentation im Parlament von Portugal sicher, welche neben den beiden Inselarchipelen als Autonome Regionen selbst noch in 18 Festlanddistrikte unterteilt ist. Als Konsequenz sind auch beide Inselarchipele Mitglied der Europäischen Union.

 

Das Archipel von Madeira wird politisch eigenständig anhand eines Parlaments mit Regierung verwaltet, wobei allem ein Präsident vorsteht. Neben diesen Institutionen wird die Autonome Region Madeiras in 11 Kreise, welche wiederum in kleinere Gemeinden münden, geteilt.

Der Tourismus ist die treibende Wirtschaftskraft auf dem Archipel, vor allem auf den Inseln Madeira und Lobos. Die Hauptinsel ist über-wiegend als Wanderparadies bekannt, wobei oftmals auf den ehemals von Sklaven angelegten Wege entlang der Levadas die Landschaft durchkreuzt wird. Die üppige Vegetation und das wunderschöne Landschaftbild führten auch dazu, dass die Gegend zwischen Porto da Cruz und Santana zum Wetltnaturerbe der UNESCO erklärt wurde.

 

Die Insel besitzt kaum Badestrände, hat einen gebirgigen Charakter und die Küsten fallen jeweils zu allen Flanken steil in die See ab. Im west- lichen Teil der Insel ist ein hoch gelegenes Moor zu besichtigen. Neben der Stadt Funchal, dem traditionellen Handwerk (Azulejos, Korb-flechtarbeiten, Stickereien) und der atemberaubenden Natur gibt es noch unzählige andere Attraktionen auf dem Archipel, welche sich zu sehen durchaus lohnen (wie beispielsweise der Loorbeer- oder der Heidewald, und natürlich die Blumenvielfalt).

 

Madeira und seine Eilande sind in der Mesoklimazone. Im Norden tritt häufig Regen auf, währenddessen der Süden subtropisch warm ist. Die für den Yachtsport notwendigen Winde kommen im Sommerhalbjahr als Nordostpassat aus dem Nordosten, während im Winter die Region von der Westwindzone vereinnahmt wird, was starke Westwind und unbeständigere Wetterlagen mit sich bringt. Die durchschnitt-lichen Tagestemperaturen im Winter liegen bei circa milden 20° Celsius, im Sommer hingegen werden hier über 25° Celsius ermittelt als

Durchschnitt. Madeira wird von Yachtsportlern häufig als letzter Fixpunkt einer transatlantischen Überquerung angesteuert.

 

Die Azoren liegen wie bereits erwähnt auf der Afrikanischen Platte. Diese Betrachtung stimmt im Allgemeinen. Bei einer genaueren Be-trachtung jedoch liegt das Archipel als Teil des Mittelatlantischen Rückens auf der Grenze der Afrikanischen und der Europäischen Kontinentalplatte. Die westlichsten Inseln Flores und Corvo gehören sogar geologisch betrachtet bereits zur Nordamerikanischen Kontinen-talplatte. Die Entstehungsgeschichte des Archipels, aber auch dessen Lage, machen das Gebiet um die Inseln immer noch zu einem seismisch aktiven Zentrum mit Erdbeben.

 

Das Archipel, wie ebenfalls schon beschrieben, besteht aus 9 grösseren Inseln, welche in die Grupo Ocidental mit Corvo und Flores, die Grupo Central mit Fajal, Pico, São Jorge, Graciosa und Terceira und die Grupo Oriental mit Santa Maria, den Formigas, São Miguel mit der Hauptstadt Ponta Delgada, dem Sitz der lokalen Verwaltung. Die Autonome Region Azoren, welche politisch analog zu Madeira mit Portugal verbunden ist, unterteilt sich in 19 Kreise, welche sich wiederum in eine grössere Zahl Gemeinden unterteilen.

Immer noch bedeutsame Wirtschaftszweige auf den Azoren ist die Landwirtschaft und der Fischfang. Bei der Landwirtschaf

t ist vor allem die Vieh- und Milchproduktion aufzuzählen, bei der Fischerei liegt der Schwerpunkt auf Thunfisch. Hervorzuheben ist, dass mit einer Plantage in Cornwall in England zusammen die Azoren die einzigen europäischen Standorte sind, bei welchem erfolgreich Tee angebaut wird.

 

Eine zunehmende Bedeutung als Einnahmequelle stellt der Tourismus und dort im Speziellen der Ökotourismus dar.  Die Ursprünglichkeit und Unberührtheit der Inseln mit dem ausgeglichenen Klima, und der immergrünen und üppigen, oder gerade umgekehrt sehr kargen Natur und Pflanzenwelt erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Da Du praktisch keine ausgedehnten Strände auf dem Archipel finden wirst, ist es vor allem für Wandertouristen und Natur-orientierte Touristen ein Magnet.

 

Die im Atlantik exponierte Lage und der Einfluss des Golfstromes haben zur Folge, dass viele Grossfische und Meeressäuger um die Inseln anzutreffen sind. Aber nicht nur grosse Meerestiere halten sich hier auf. Die Gebiete um die Azoren gelten als Fisch-reichste Gründe der Welt und somit ist es nicht verwunderlich, dass das Archipel auch als ein Tauchparadies beschrieben wird. Weiter hast Du auch die Möglich-keit mit Booten zu Walbeobachtungen zu fahren.

 

Zu guter Letzt gibt es in Furnas auf der Insel São Miguel auch noch Thermalquellen, welche heilende Wirkungen haben sollen. Damit er Zustand der Inseln und deren Natur erhalten bleibt, immerhin gelten die Azoren gemäss Conservation International als Biodiversitäts-Hotspot, stehen grosse Bereich seit kürzerer Zeit unter Naturschutz.

 

Das Archipel zeichnet sich durch ein maritimes, subtropisches Klima aus. Die ausgleichende Wirkung des Atlantiks mit den mittendrin ex-ponierten Azoren führt dazu, dass die Winter sehr milde, aber eher feucht und die Sommer nicht extrem heiss, aber eher trocken sind. Die überwiegende Zeit befinden sich die Inseln unter dem Einfluss der für diese Breite typischen Hochdruckzone (Azorenhoch), welche auch unter dem Namen Rossbreiten bekannt ist, was aber aufgrund der hohen Luftfeuchte nicht mit andauerndem Sonnenschein in Verbindung zu bringen ist. Denn die Lage um den 40-sten Breitengrad des Archipels ermöglicht es fielen Tiefdruckausläufern die Inseln auch im Sommer zu erreichen. Das kann mitunter zu heftigen Tropenstürmen führen.

 

Im Azorenwinter nimmt dann der Einfluss der Tiefdruckes nochmal zu, was häufiger zu Niederschlägen als im Sommer führt. Generell sind aber die Wetterlagen als sehr stabil anzusehen, was bedeutet dass ein Tiefdruck- oder ein Hochdruckgebiet mit dessen Einfluss sich über einen Zeitraum von einem Monat über dem Archipel installieren kann. Abschliessend gilt es noch zu sagen, dass die westlichste Insel Flores ein deutlich feuchteres Klima aufweist, als die anderen Inseln der Gruppe, was eher einem feucht-tropischen Klima ähnlich ist. Die Temperaturen liegen im  Tagesdurchschnitt im Sommer bei circa 23° Celsius. Der Winter liegt mit circa 15° Celsius im Tagesdurchschnitt mit circa 8° Celsius tiefer.

 

Der für den Yachtsport wichtigen Wind ist auf den Azoren nicht so einfach voraussagbar. Stabile Drucksysteme und die Lage auf der sub-tropischen Hochdruckzone (Rossbreiten) können den Wind schwach werden oder sogar einschlafen lassen. Falls Wind besteht, kann er durchaus aus Nordost als Passatwind kommen. Zieht jedoch eine Westfront auf, dann ist mit einer Drehung der Windrichtung auf Westen zu rechnen, was zum Teil sehr hohe Windstärken mit sich bringt. Zu guter Letzt können bestimmte, lokale Wetterlagen zu ganz unterschied-lichen Winden führen.

 

Die Infrastruktur für den Yachtsport ist vorhanden, vor allem in den Häfen von Horta auf Fajal, respektive Ponta Delgada auf São Miguel. Diese beiden Orte werden zudem oft von Yachtsportlern auf einer Atlantiküberquerung als Zwischenstopp angesteuert.


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