Ostsee

Die Ostsee, auch bekannt unter dem Namen Baltisches Meer, ist ein Teil des Atlantiks, der jedoch nur über den schmalen Weg des Kattegats mit ihm verbunden ist und somit als grösstes Binnenmeer oder Brack-wassermeer der Welt bezeichnet wird.

 

Die Ostsee trennt Skandinavien, respektive deren Halbinsel von Nord-, Nordost- und Mitteleuropa. Die Anrainerstaaten des Meeres sind Deut-schland, Dänemark, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen.

 

Das wichtigste Merkmal der Ostsee ist ihre Salinität, die gegen Osten geringer wird, sodass der Salzgehalt im Finnischen Meerbusen noch gerade circa 0.4 % erreicht (der Atlantik im Vergleich hat einen Salzgehalt von circa 3.5 %). Die Abnahme des Salzgehaltes verläuft nicht kontinuierlich, sondern der Wert fällt stufenweise ab, was mit der Morphologie des Meeresbodens zusammenhängt. Das Bodenprofil der Ostsee besteht hauptsächlich aus Schwellen und Becken, die von der Entstehungsgeschichte herrühren. Basierend auf der Tatsache, dass Salzwasser schwerer als Süsswasser ist, kann das Salzwasser nicht so weit in den Osten über die Becken und Schwellen vordringen.

 

Nur bei stürmischer See besteht die Möglichkeit, dass Salzwasser weiter gegen Osten fliessen kann. Dieser Effekt wird zusätzlich verstärkt, wenn bei kräftigem Südwestwind viel Wasser in die nordöstliche Ostsee gedrängt wird. Diese Durchmischung ist aber essentiell für die Organismen und Lebewesen in der Ostsee, da damit auch neue Nährstoffe und Sauerstoff in die Ostsee mit eingebracht werden. Die Durch-mischung ist aber zu gering, sodass als Konsequenz ein beträchtlicher Teil der Ostsee lebensfeindlich für Tiere ist, die vor allem Sauerstoff benötigen. Zudem wird der lebensfeindliche Effekt verstärkt durch die Landwirtschaft der Anrainerstaaten mit ihren Phosphor- und Stickstoff-Verbindungen, welche zur Düngung eingesetzt werden. So leben in diesen Gewässern sogenannte anaerobe Bakterien, die Schwefelwasserstoff freisetzen und somit zu der Spirale beitragen.

 

Die Überfischung der Gewässer, welche zum Glück stark reguliert wurde, und der wachsende Schiffsverkehr mit den damit verbundenen Emissionen, die mit zahlreichen Initiativen eingedämmt werden konnten, führte summa summarum zu einem drastischen Rückgang der Fischbestände, die sich leider nur sehr schleppend wieder erholen.

 

Basierend auf dem Bodenrelief lässt sich die Ostsee einteilen. Diese beginnt mit dessen Eingang, dem Kattegat, ein Randgewässer der Nord-see und der Beltsee, was strenggenommen ozeanographisch gesehen kein Binnenmeer ist. Im Kattegat finden sich viele Inseln und Buchten und es ist geografisch von Dänemark und Schweden begrenzt. Weiter nach Osten folgt die Beltsee, auch Westliche Ostsee genannt, die von Inseln, Buchten und Meerengen durchsetzt ist. Nun folgt die eigentliche Ostsee, die bis etwa auf die Höhe von Stockholm reicht. Dieser Teil umfasst eine grosse Anzahl an Buchten und Becken, wie beispielsweise die Danziger Bucht und die Pommersche Bucht, sowie das Bornholmbecken oder die Arkonasee. Abgeschlossen wird das Binnenmeer im Osten mit der Östlichen Ostsee, besser bekannt als Rigaer Meerbusen, der Nordöstlichen Ostsee, auch bekannt unter dem Namen Finnischer Meerbusen und zu guter Letzt mit der Nördlichen Ostsee, dem Bottnischen Meerbusen. In der Nautischen Vereinbarung vom Jahr 2014 wurde eine neuere Einteilung verabschiedet, welche sich aber nur unwesentlich von der geschilderten Einteilung unterscheidet.

 

Der Ostseeraum ist ein expandierender Wirtschaftsraum und Standort für Forschung und Technik. Zudem finden sich unterschiedliche Werften und Reedereien. Daneben hat sich aber auch eine starke Tourismusbranche entwickelt, die vor allem im Hochsommer ihren Zenit erreicht. Hierzu gehören der Wassersport im Allgemeinen, aber auch der Wellnesstourismus im Speziellen. Mit der Kieler Woche und der Hanse Sail gibt es in dem Gebiet auch 2 maritime Grossveranstaltungen.

 

Die Küstenlandschaft mit den Schärenküsten, den Kliffküsten und den Boddenküsten als Beispiel, die einzigartige und vielfältige Inselwelt in der gesamten Ostsee macht sie für Jedermann sehr attraktiv. Die Namen der sehenswerten Städte aufzuzählen, würde jeden Rahmen dieser Zusammenfassung sprengen.

 

Das vorherrsche Klima ist gemässigt bzw. gemässigt kühl in den nordöstlichen Teilen der Ostsee. Da die Fläche der Ostsee relativ klein ist, kann sie kein eigenes, maritimes Klima entwickeln. So findet man im Südwesten der Ostsee bei Dänemark und Schweden zwar noch maritimes Klima vor (das Klima stammt vom Einfluss der Nordsee), welches sich aber zusehends gegen Osten und Nordosten zu einem Kontinentalklima wandelt. Im Bottnischen Meerbusen herrscht kaltes, polares Klima. Da die Ostsee zum Teil über grosse Flächen vereisen kann, stellt sie im Winter sogar zusätzlich zum harten Klima noch einen Kältespeicher dar.

 

Da sich die Ostsee bezüglich ihrer Lage nicht gross von der Nordsee unterscheidet, ergibt sich die Tatsache, dass wir in der sogenannten

Westwindzone liegen, was für konstante, zumal auch heftige Winde sorgt. Im Unterschied zur Nordsee können sich hier nicht vergleichbar grosse Wellen bilden.

 

Basierend auf den Verhältnissen solltest Du als Skipper einige Erfahrung mitbringen. Das Revier zählt zusammen mit der Nordsee zu den

Schwerwetterrevieren, wobei der Wellengang im Vergleich zur Nordsee deutlich moderater ist.

 

Wir möchten nicht abschliessen, ohne zu erwähnen, dass die Ostsee zuweilen einen sehr dichten Schiffsverkehr aufweist, den Du die ganze Zeit überwachen musst. Zudem wurde in der Ostsee, vor allem nach dem 2. Weltkrieg, eine Unmenge an Munition zur Vernichtung versenkt. Das heisst, Du solltest Deine Seekarte eingehend studieren, bevor Du Deinen Anker wirfst, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.


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