Gardasee

Der Lago di Garda, oder zu deutsch der Gardasee, ist der grösste italienische See, und wird zu den oberitalienischen Seen zählt, wie beispielsweise auch der Lago Maggiore. Der Gardasee befindet sich zwischen den Alpen im Nor-den und der Po-Ebene im Süden, was die Topografie der Umgebung sehr speziell macht. So wird das nördliche Ufer von den Gardaseebergen umge-ben, welche über 2000 Meter hoch sein können, während dessen das Gebiet um das Südufer bereits in die Ebene ausläuft.

 

Die angrenzenden Regionen sind im Süden das Trentino-Südtirol, im Wes-ten die Lombardei und im Osten Venetien. Daraus folgt, dass sich die drei Provinzen Tretino, Verona und Brescia die Verwaltung des Gebietes um den See teilen.

 

Die drei Regionen, von 20 in Italien, und die drei Provinzen, von insgesamt 92 in Italien, gehören verwaltungstechnisch zur parlamentarischen Republik Italien, welche als Staatsoberhaupt einen Präsidenten hat und über ein Zwei-kammerparlament (Abgeordnetenhaus und Senat) verfügt. Zudem gehört Italien zur Europäischen Union, hat Einsitz in den Vereinten Natio-nen und ist Mitglied der NATO. 

 

Der Gardasee seinerseits besitzt drei Inseln. Die grösste Insel heisst Isola del Garda mit der Villa Borghese, welche in der Nähe von Salò nur wenige hundert Meter vor dem Cap San Fermo im See liegt. Sie ist im Privatbesitz er Grafenfamilie Cavazza, welche dort ihren Wohnsitz hat. Etwas südlicher, aber immer noch in der Bucht von Manerba liegt die Insel San Biagio mit ihrer kleineren Nebeninsel I Conigli. Sie ist die zweitgrösste Insel und hat heute nur noch touristischen Charakter, weil sie einen wunderbaren Blick über den See und die angrenzenden Ge-biete ermöglicht. Bei niedrigem Wasserstand des Sees ist die Insel sogar zu Fuss erreichbar. Die letzte und drittgrösste Insel ist die Isola di Trimelone, welche vor Assenza in der Nähe von Malcesine liegt. Die Insel erlangte Berühmtheit durch die Tatsache, dass hier im 1. Weltkrieg Österreich ein umfangreiches Waffenlager errichtet hat und sich Mussolini während dem 2. Weltkrieg teilweise auf der Insel aufgehalten hat. Trotz massivsten Bergungsaktionen ist die Insel noch heute militärisches Sperrgebiet und darf nicht betreten werden. Dies ist auf die noch nicht abschliessende Räumung aller Sprengmittel zurück zu führen.

 

Eine treibende Wirtschaftskraft stellt die Landwirschaft dar. So lassen sich die Uferseiten grob einer gewissen landwirtschaftlichen Sparte zuordnen. So ist die westliche Uferseite mit ihren Hängen bekannt als Riviera dei Limoni für die hier angebauten Zitrusfrüchte, und die östl-iche Uferseite bekannt als Riviera degli Olivi, für die mit Olivenbäumen und -hainen bedeckten Osthänge. Sehr bekannt ist die Region auch für ihren Weinanbau. So ist südlich von Desenzano del Garda das Lugana-Gebiet, östlich des Gardasees liegt das Bardolino- und Soave-Gebiet und zwischen dem Gardasee und der Stadt Verona ist das Valpolicella-Gebiet beheimatet. Die Stadt Garda selbst und das grössere Umland ist eine Denominazione di Origine Controllata (kurz DOC), welches ein Weinanbaugebiet mit circa 70 Gemeinden umfasst mit speziell zugelassenen Rebsorten, wie beispielsweise Cahrdonnay, Merlot, Cabernet Sauvignon, Barbera und Pinot Noir.

 

Neben der Natur und der wunderbaren Landschaft überzeugt das Ufergebiet des Gardasees mit unzähligen kleinen und schönen Orten und Städtchen, wie beispielsweise Malcesine, Riva del Garda, Sirmione, Bardolino, Limone sul Garda und Gargnano, um nur einige wenige aufzu-zählen. Dieses Zusammenspiel an unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten widerspiegelt sich in der Attraktivität für den Tourismus, ein zen-trales, wenn nicht der wichtigste Wirtschaftszweig überhaupt. So ergänzt sich das bereits geschilderte Angebot mit Aktivitäten auf dem See, wie Surfen, Segel oder einfach nur Baden, und mit Aktivitäten in der Ebene und zu Berg, wie Fahradfahren, Mountainbiking, Klettern und Wandern.

 

Klimatisch gesehen liegt die Region um den Gardasee in der sub-mediterranen Zone, welche für heisse Sommer und relative Niederschlags-arme und milde Winter bekannt ist. Das heisst, dass im Sommer die 30° Celsius Marke relativ oft fallen kann, im Winter die Temperatur jedoch selten unter 5° C fällt, was sich im Gesamtjahresdruchschnitt der Temperatur von circa 14° Celsius deutlich zeigt.

 

Die für den Yachtsport benötigten Winde haben unterschiedliche Entstehungsgründe. So ist in der Nähe der steilen Berghänge und Felsen-wänden vor allem am Nachmittag im Sommer mit thermischen Winden zu rechnen. Ansonsten sind die beiden vor allem im Norden des Sees verbreiteten Winde der Ora und der Pelér, welcher auch unter dem Namen Vento bekannt ist. Der Ora ist ein Südwind, welcher zur Mittagszeit einsetzt und bis in die frühen Abendstunden weht, während dessen der Vento ein Nordwind ist, welcher in den frühen Morgen-stunden einsetzt und bis zum Mittag anhält. Diese Winde entfalten ihre Stärke vor allem in der nördlichen, eher engen Seehälfte, was unter anderm auch auf den Düseneffekt zurück zu führen ist. Die Winde können dann auch teilweise ansehnliche Stärke erreichen.

 

Im südlichen Teil des Sees sind die beiden Winde zwar auch vorhanden, aber weniger stark. Zudem existieren dort auch noch lokale, andere Winde, wie beispielsweise der Montes, Ander und Visentina, welche aus unterschiedlichsten Richtungen ihren Beitrag zur Gesamtsituation beitragen. Es gilt, wie überall für den Yachtsport, dass man sich vorgängig mit den vorherrschenden Wetter- und Windsituationen beschäf-tigen muss.

 

Die Gesetze und Verordnungen bezüglich der Schifffahrt auf dem Gardasee sind unterschiedlich zu den schweizerischen, deutschen und österreichen Pendants. Sie sind aber vorhanden, und Du solltest Dich vor dem Auslaufen, oder sogar Chartern, mit den wichtigsten Para-graphen vertraut machen, weil die Carabinieri als zuständige Seepolizei für die rigorose Durchsetzung bekannt sind.

 

Das Revier ist wunderbar, bietet sehr viele Möglichkeiten und Attraktionen und ist als Segelrevier auch geeignet für Einsteiger und Familien. Es sei hier aber darauf hingewiesen, dass das Revier auch von teilweise starken Wind in Beschlag genommen wird, was im Gegenzug den Gardasee für Sportsegler sehr attraktiv macht.

 

Dieses Revier ist ein typisches Tagesrevier, wo Du anschliessend in einem gemütlichen Ort bei gutem Essen und Trinken den Tag ausklingen lässt, wobei mehrtägige Schläge durchaus auch möglich und reizvoll sind.


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