Genfersee

Der Genfersee ist ein binationaler See, welcher zu der Schweiz und zu Frank-reich gehört. Er ist der grösste See der Schweiz und der zweitgrösste See, nach dem Balaton in Ungarn, in Europa, und bildet die Grenze zwischen der schweizerischen Romandie und der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes. Anrainerkantone in der Schweiz sind Genf, Waadt und Wallis, und im Frankreich das Département Haute-Savoie. 

 

Der See weisst 7 verschiedene Inseln auf, welche sich Île de la Harpe (bei Rolle), Île de Salagnon (bei Clarens), Île de Peilz (bei Villeneuve), Île de Choisi (bei Bursinel), Île Rousseau (in Genf), Schloss Chillon und Île aux Oiseaux (bei Prévenges) nennen. Zudem existieren noch die Pierres du Niton, welches Fels-blöcke vor den Toren der Stadt Genf sind.

 

Der See kann aufgrund seiner topografischen Entstehung in drei Teile unterteilt werden. So kennen wir heute den Haut Lac, welcher das Ge-biet von der Einmündung der Rhône bis zur Linie Meillerie-Rivaz umfasst. Anschliessend kommt der Grand Lac, welcher von diese Line ab die Seegebiete bis zur Linie von Yvoire-Promenthoux bei Prangins umschliesst. Als Petit Lac wird der kleinere und seichtere Teil im Süd-westen bezeichnet, welcher im Abfluss der Rhône endet. Die Wasserqualität ist sehr gut. Sie wird kontinuirlich kontrolliert und wird nach Aufbereitung als Trinkwasser verwendet.

 

Am Rive Gauche du Lac, welches grösstenteils zu Frankreich gehört, befinden sich die Städte Thonon-les-Bains und Evian-les-Bains, wobei letzteres bekannt durch sein international vertriebenes Mineralwasser ist. Im Süden liegt die Stadt Genf mit seinem berühmten Jet d'Eau, von wo sich die Uferlinie La Côte über Versoix, Nyon, Rolle und Lausanne ausdehnt. Abgeschlossen wird die Uferlinie in Richtung der Rhôneein-mündung mit dem Lavaux, oder alternativ der Riviera Vaudoise, mit den Städten wie Vevey und Montreux. An diesem Abschnitt ist auch das berühmte Schloss Chillon zu finden, das Wahrzeichen des Genfersees.

 

Die Einahmequellen der Region sind vielfältig. So ist mit Genf eine Finanz- und Handelsstadt vertreten, im Waadt ist die Uhrenindustrie und im Speziellen in Vevey mit Nestlé die Nahrungsmittelindustrie und im Wallis die chemische Industrie vertreten. Daneben ist die Landschaft-bild prägende Landwirtschaft, und dort vor allem der Rebbau, vor allem in der Schweiz stark vertreten. Die Weinbauterassen der Lavaux zwischen Lausanne und Vevey sind sogar als UNSESCO Welterbe aufgeführt.

 

Natürlich spielt der Tourismus für die gesamte Region um den Genfersee eine wichtige Rolle. So sind viele schöne Orte und Sehenswürdig-keiten um den See herum verteilt, welche grösstenteils schon oben benannt wurden. Wir möchten hier noch ergänzen, dass der See für Taucher als Binnengewässer sehr interessant ist, wie beispielsweise bei La Tour-de-Peilz, wo das Wrack des Raddampfers Hirondelle liegt oder bei der steil abfallenden Felswand beim Schloss Chillon. Zudem findest Du um den See immer wieder Überreste historischer Pfahl-bauten (heute ein Teil des UNESCO Weltkulturerbes: Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen).

 

Das Schweizerische Mittelland stellt klimatisch die Übergangszone zwischen dem feucht-maritimen und dem gemässigten Kontinentalklima dar. Die Ufer-nahen Gebiete des Neuenburgersees, zusammen mit dem Bieler- und Genfersee, weisen im Winter die höchsten Mitteltempe-raturen auf, was unter anderm auf die ausgleichende Wirkung der Seen zurück zuführen ist. So liegen die Temperaturen im Schnitt im Win-ter um die 0° Celsius, und im Sommer bei über 18° Celsius.

 

Für den Wasser- und Yachtsport hat der Genfersee einiges zu bieten. So liegen die Wassertemperaturen in den Sommermonaten über der 20° Celsius Marke. Zudem sind einige Bootsschulen rund um den See verteilt, bei welchen Du teilweise auch Boote für Tagesschläge mieten kannst. Der See verfügt über mehrere Anlegestellen, welche auch für Private zu nutzen sind.

 

Die Freizeitschiffsfahrt ist geregelt durch die schweizerische Binnenschifffahrtsverordnung und deren Einhaltung durch die schweizerische Seepolizei oder deren französischen Kollegen kontrolliert. Zum Führen eines Motorbootes mit einer Motorenstärke ab 6 kW oder eines Segelbootes mit einer Segelfläche ab 15 m2 bedarf es nach erwähnter Verordnung eines entsprechenden Befähigungsausweises. 

 

Den für das Segeln erforderliche Wind ist am Genfersee sehr vielfältig. Zum Einen wird die Bise (Ostwind) für den Yachtsport erwähnt. Das zweite Windsystem ist der Le Vent, welcher aus südwestlicher Richtung her kommt. Aufgrund der Länge des Sees kann es schon bei mode-raten Windstärken dazu kommen, dass sich unangenehme Wellen aufbauen. Hervorzuheben ist aber der Joran, ein thermischer Fallwind, welcher in nordwestlicher Richtung über den Jurakamm zieht. Es werden die beiden Typen Joran dynamique (Kaltfront-Joran) und Joran statique (Unwetter-Joran) unterschieden. Beide Typen haben unterschiedliche Entstehungsgrundlagen, haben aber die Gemeinsamkeit, dass sie unberechenbar, unvorhersehbar und sehr stürmisch auftreten können. Zusätzlich gibt es noch den Vaudaire als Windsystem, welcher von Südosten her weht. Daneben sind neben diesen Hauptwinden noch weitere lokale Windsysteme bekannt, welche einen Einfluss haben können. Es gilt, wie überall für den Yachtsport, dass man sich vorgängig mit den vorherrschenden Wettersituationen beschäftigen muss.

Aufgrund der Grösse sind durchaus auch mehrtägige Schläge sehr reizvoll. Ansonsten stellt dieses Revier ein typisches Tagesrevier dar, wo Du anschliessend in einem gemütlichen Ort bei gutem Essen und Trinken den Tag ausklingen lässt.

 

Wir möchten an dieser Stelle noch abschliessend erwähnen, dass jährlich die Segelregatta Bol d'Or durchgeführt wird, welche international bekannt ist und viele Begeisterte anzieht.


Hast Du Fragen oder Anregungen zur Information, oder hast Du sogar einen Fehler oder eine veraltete Information gefunden, dann wären wir Dir sehr dankbar, wenn Du mit uns Kontakt aufnehmen würdest, damit wir unsere Inhalte anpassen und verbessern können.