Malediven

Die Malediven, was mit Inselkette übersetzt werden kann, sind eine Kette von 19 Inselgruppen im Pazifik, welche geografisch südwestlich von Indien und Sri Lanka liegen. Die Ausdehnung in der Nord-Süd-Achse beträgt circa 900 Kilo-meter, wobei das südliche Ende quasi auf dem Äquator zu liegen kommt. Als

Folge ist das nördlichem Ende bei ungefähr der Breite 5° Nord zu finden.

Die 1196 Inseln sind auf 26 Atolle verteilt und liegen auf dem maledivischen Rücken, wie auch die nördlichere Inselgruppe der Lakkadiven. Der maledivische Rücken selbst wird als abgespaltene Randscholle der indischen Landmasse betrachtet.

 

Die Malediven sind nicht vulkanischen Ursprungs, sondern bilden sich aus den so berühmten Korallenriffen. Als Folge sind diese Inseln alle flache Einlande, welche sich kaum aus dem Meer erheben. Der höchste Punkt der Malediven liegt auf der Insel Vilingilli im Addu-Atoll und beträgt 2.4 Meter über dem Meeresspiegel.

 

Als Atolle gelten ringförmige Korallenriffe, welche eine Lagune umschliessen. Dies führt dazu, dass die Inseln normalerweise von einem Hausriff und weiter ausserhalb durch das Atoll von einem Aussenriff umgeben sind, welche zum Schutz der Inseln gegenüber vor allem Wellen beitragen.

 

Die Malediven werden auch als 2 parallele Perlenstränge mit Nord-Süd-Verlauf beschrieben, welche durch 3 sichere und somit Riff-freie

Kanäle getrennt werden, welche unterschiedlich breit ausfallen. Der Eight Degree Channel bildet den Abschluss der Malediven nach Norden. Zwischen ihm und dem Kardiva Channel ist die nördliche Gruppe der Malediven beheimatet. Zwischen dem Kardiva und dem One and Half Degree Channel befindet sich die Zentralgruppe. Südlicher gelegene Atolle werden zur südlichen Gruppe der Malediven gezählt, wobei diese Gruppe von dem Äquatorkanal Addu Kandu durchschnitten wird. Degree bezieht sich auf den Breitengrad, da diese Kanäle sich mehr oder weniger in der Ost-West Ausrichtung befinden.

 

Die Malediven lassen sich in ‚Local Islands‘, die Inseln, welche von Einheimischen bewohnt werden, respektive in Touristeninseln unter-teilen. Auf den Touristeninseln dürfen sich die Malediver nicht, oder nur als Personal aufhalten. Umgekehrt sind viele Inseln der Einhei-mischen offen für Touristenbesuche. Die Malediver bevölkern 220 Inseln, währenddessen 87 Inseln für den Tourismus eingerichtet sind. Der grösste Teil mit einem Drittel der maledivischen Bevölkerung lebt auf Malé, welche somit zu den dichtest besiedelsten Städten der Welt ge-hört, und mit Addu-City zusammen die beiden einzigen Städte der Malediven darstellen.

 

Politisch gesehen stellen die Malediven eine Präsidialrepublik dar, welche stark von seiner zentralen Staatsreligion (die einzig tolerierte Reli-gion per Gesetz), dem Islam, geprägt, ist. Die offizielle Sprache der Republik ist Dhivehi. Der Präsident, und somit der Regierungschef, hat die

uneingeschränkte Macht über die Exektutive. Eine Gewaltentrennung wie bei europäischen Staaten ist nicht vorhanden, und erst seit 2005 sind Oppositionsparteien (auf 5 beschränkt) bei Wahlen zugelassen. Er wird von dem Einkammerparlament Majilis für 5 Jahre gewählt und vom Volk bestätigt. Zusätzlich sind die 26 Atolle in 19 Distrikte und 2 Städte (Malé und Addu-City) gegliedert, welche mittels circa 190 Insel-räten die lokale Politik, die Verwaltung und die Repräsentanz des Distriktes organisieren.

 

Die Malediven sind eines der ärmsten Länder auf der Welt. Obwohl die Haupteinnahmequelle mit dem Tourismus und angegliederten Dienstleistungen floriert, verarmt der grösste Teil der Einheimischen aufgrund der Preissteigerungen und –erhöhungen in den letzten Jahren. Zusätzlich sind Umsatz-starke Unternehmen, wie beispielsweise die State Electric Company oder die Maldives Industrial Fisheries Company in Staatsbesitz. Zudem trägt die durch Korruption gebilligte Anstellung von Billigarbeitskräften aus den umliegenden asiatischen Staaten ver-schärfend zu dieser Situation bei, was zu einer sehr hohen, lokalen Arbeitslosigkeit und zu demensprechender Landflucht aus finanziellen Nöten führt. Diese Tatsache wird zudem noch abgerundet durch die staatliche Beschneidung von Grundrechten. So sind die Rede- und

Meinungsfreiheit nur sehr eingeschränkt toleriert. Übrig bleibt für die Normalbevölkerung ein wenig Landwirtschaft und den Fischfang, vorzugsweise auf Thunfisch und Bonitos. Leider hat die Wirtschaftslage der maledivischen Fischer auch dazu geführt, dass intensiv Shark-Finning betrieben wurde, was die Haipolulation stark beinträchtigt hat.

 

Alle Besucher schwärmen von den Malediven, und jeder der die Chance hat, diese Inselkette oder zumindest einen kleinen Teil davon, zu besuchen, weiss anschliessend von der gigantischen Schönheit der Region, der Atolle und sogar den einzelnen Inseln zu berichten. Umso unverständlicher ist es, dass die Regierung der Malediven den Umweltschutz nicht härter und konsequenter durchsetzt. Wobei hier auch erwähnt sein muss, dass alleine der Touristenstrom mit allem drum und dran eine riesige Müllhalde hinterlässt, welche für die Inselgruppe

logistisch schon vor ein grosses Problem stellt. Zudem muss bedacht werden, dass praktisch Alles, was auf den Inseln vorhanden ist, impor-tiert werden muss. Somit ist das Fingerpointing auch relativierend anzusehen. Die Republik hat Ende der 1990er Jahre grosse Gebiete als Meeresnationalpark deklariert und somit vor der Erschliessung durch Touristen geschützt. Aufgrund der Tatsache, dass die steigenden Meeresspiegel eine fast schon alltägliche Bedrohung darstellen, sind die Malediven praktisch an jeder Klimaschutzkonferenz aktiv vertreten. Zusätzlich zum Anstieg des Meeresspiegels wirkt sich auch die Klimaerwärmung negativ auf die Korallensysteme aus. So fiel im 2016 ein beträchtlicher Teil der Lebewesen der sogenannten Korallenbleiche zum Opfer.

 

Neben allen Bemerkungen müssen wir aber klar festhalten, dass die Malediven und ihre Atolle ein einzigartiges Naturphenomen sind, welches durch seine Vielfältigkeit der Unterwasserwelt, aber sicherlich auch durch die bestehende Schönheit der Inseln und deren Lagunen jeden Besucher sofort in den Bann zieht.

 

Die Infrastruktur auf den Malediven ist ebenfalls gut. So verfügen die Inseln über 2 Spitäler in Malé, einigen Apotheken und Medical Centers verstreut über die Atolle, unter anderem auch mit Dekompressionskammern für Tauchumfälle.

 

Das Klima der Malediven im meist sehr ruhigen Indischen Ozean ist konstant und tropisch warm, verbunden mit einer hohen Luftfeuchte. Das heisst relativ einfach, dass Temperaturen unter der 25° Celsius Marke selbst in der Nacht eher selten sind. Das Wetter, und die Winde somit für den Yachtsport, sind bestimmt durch den Süd-West-Monsun von Mai bis November, der feuchten Jahreszeit, respektive durch der Nord-Ost-Monsun von Dezember bis April, der Trockenperiode. Die Dauer und die Intensität der beiden Monsunperioden unterliegt starken Schwankungen. Die Windstärken liegen in der Regenzeit bei circa 3 bis 4 Beauforts, während dessen in der Trockenperiode mit ein wenig schwächeren Winden zu rechnen ist.

 

Die Malediven sind bestimmt kein preiswertes Revier, aber dafür sicherlich sehr exklusiv und einzigartig. Du hast die Möglichkeit an den schönsten Stränden zu baden, in den besten Schnorchelrevieren die Unterwasserwelt zu erkunden, und alleine das Vorbeifahren an den türkis-farbenen Inseln und Atollen ist ein Traum. Mit der Möglichkeit, die Fahrten auch innerhalb eines Atolls zu unternehmen, macht es zu einem sehr ruhigen Revier, welches auch geeignet ist für Einsteiger und aber auch für Familientörns.


Hast Du Fragen oder Anregungen zur Information, oder hast Du sogar einen Fehler oder eine veraltete Information gefunden, dann wären wir Dir sehr dankbar, wenn Du mit uns Kontakt aufnehmen würdest, damit wir unsere Inhalte anpassen und verbessern können.